Jahresrückblick ambulante & teilstationäre Hilfen
„SIGNS OF SAFETY 2025“-Konferenz: Bericht aus Luxemburg
„Celebrating good work“ – So lautete das Motto der „Signs of Safety“-Konferenz, die 2025 in Luxemburg stattfand. Diese jährlichen internationalen Zusammenkünfte vereinen die Erfahrungen und Menschen der Sozialen Arbeit aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Luxemburg, Niederlande und Belgien. Im Plenum wurden wieder interessante „best practice“-Beispiele vorgetragen, außerdem gab es verschiedene Workshops zu spannenden Themen.
An zwei durchgeplanten Tagen mit einem sehr abwechslungsreichen Programm hatten die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, sich über die Landkreis- und Landesgrenzen hinaus über die jeweiligen Erfahrungen, Methoden und Herausforderungen bei der Arbeit mit Menschen und über den „Signs of Safety“-Ansatz auszutauschen.
Einige der zentralen Themen im Überblick:
- Frau Prof. Dr. Mechthild Wolff referierte über Schutzkonzepte und wie diese neu gedacht werden können: nämlich gemeinsam, inklusiv und sicher.
- „Die Fähre“ aus Hamburg zeigte ihren Weg der Trägerimplementierung von „Signs of Safety“ auf und teilte die eigenen Erfahrungen und Herausforderungen.
- Mike Caslor und Sabien De Klerck aus Belgien sprachen darüber, wie durch verschiedene Netzwerkmeetings ein negativer Einfluss erkannt werden kann, wie danach Fortschritte erzielt werden können und welche methodischen Ansätze hierbei hilfreich waren. Unter dem Leitsatz „Connection is Health“ gaben sie einen Workshop zu einem Navigationstool, das sich „360° Partnership“ nennt und das eine Methode zur vollumfänglichen Arbeit mit Netzwerken bietet.
Die Konferenz hat uns wieder aufgezeigt, dass die alltäglichen Herausforderungen und Erfahrungen in unseren Einrichtungen alle anderen Träger genauso betreffen. Dieses Gemeinschaftsgefühl wird im unten verlinkten Video sichtbar.
Durch den Austausch in Luxemburg konnten wir erkennen, dass der Landkreis Böblingen im „SoS“-Prozess bereits weit fortgeschritten ist, dass wir sehr eng mit dem Jugendamt zusammenarbeiten können und dass diese Methoden im Alltag gelebt und umgesetzt werden. Das betrifft sowohl „Signs of Safety“ als auch das Thema Schutzkonzepte.
Im nächsten Jahr (2026) findet die „Signs of Safety“-Konferenz in Wien statt.
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Mehr InformationenSozialpädagogische Familienhilfe (SPFH)
Im Rahmen des vom Europäischen Sozialfonds (ESF-plus) geförderten Projektes „Waldhaus schafft. KI“ wurde in der SPFH an einem Nachmittag ein spezieller Workshop für Familien angeboten. Zu Beginn des Treffens wurde gemeinsam erörtert, was Künstliche Intelligenz (KI) eigentlich ist und wo KI-Anwendungen im Alltag der Familien auftauchen. Es wurde auch thematisiert, ob eine KI überhaupt Gefühle hat.
Eltern und Kinder berichteten von ihren Erfahrungen mit KI-Tools, dabei kam unter anderem zum Ausdruck, dass ChatGPT beispielsweise auch als „Freund“ wahrgenommen wird, mit dem man sich unterhalten kann.
So lief der Workshops ab:
Nach einer kurzen Einführung wurden die Familien in Gruppen eingeteilt, welche jeweils von einer SPFH-Kollegin begleitet wurden. Aus diesen beiden Themen konnte gewählt werden:
- Umgang mit Fake News im Alltag
- Kreative Bearbeitung mit Künstlicher Intelligenz, wie etwa die Entwicklung von Geschichten mit KI oder der Einsatz beider Umsetzung anderen kreativen Formen (Musik, Zeichnen, Bilder erstellen)
Die Ergebnisse und Aktivitäten im Überblick:
Unter anderem entstanden Lieder, die einem bestimmten Motto zugeordnet wurden.
In einer Gruppe wurde erprobt, wie KI mit „Fake“-Nachrichten umgeht. Es zeigte sich, dass KI „Fake News“ grundsätzlich nicht selbst erzeugt; allerdings kann ChatGPT, wenn man einen anderen Namen angibt, in bestimmten Kontexten eine entsprechende Textform liefern.
Beispiel: Eine Anfrage zur Erstellung einer Todesanzeige für eine fiktive Person kann von der KI zunächst verneint werden, dann aber später trotzdem als Mustertext erscheinen.
In einer weiteren Gruppe stand das Thema „Ängste“ im Fokus. Ein Kind äußerte Angst vor dem Schulbeginn an der neuen Schule. Mit Hilfe eines KI-generierten Programms wurde ein ermutigendes Lied erstellt und außerdem wurde ein durch KI-generiertes Bild erzeugt.
Ein neuer Tag:
Workshop-Ziele und ihre Bedeutung:
Das generelle Ziel des Workshops bestand darin, die Familien im Umgang mit Künstlicher Intelligenz zu sensibilisieren und gemeinsam mit den Kindern einige Nutzungsmöglichkeiten der KI auszuprobieren.
Ein besonderer Schwerpunkt lag darauf, den teilnehmenden Familien, Kindern und Jugendlichen aufzuzeigen, wie wichtig es ist, ChatGPT bzw. andere KI-gestützte Programme NICHT mit persönlichen Daten zu „füttern“ – insbesondere bei Bewerbungen oder dem Verfassen von Lebensläufen.
Außerdem wurde der verantwortungsvolle Umgang mit KI mit den Familien besprochen, insbesondere der Schutz persönlicher Daten und die Reflexion über die Veröffentlichung von Informationen. Die teilnehmenden Eltern, Kinder und Jugendlichen wurden darüber aufgeklärt, dass die KI keine „echten“ Urteile fällen oder sensible Entscheidungen ersetzen kann und dass bei Chats die persönlichen Daten nicht ungefiltert eingegeben werden sollten.
Alle Beteiligten hatten bei den Workshops viel Spaß. Die Familien äußerten den Wunsch nach weiteren Veranstaltungen zu diesem Thema.
Im Verlauf des Jahres wurden KI-Tools auch noch in der Arbeit mit Jugendlichen im Rahmen der SPFH sinnvoll eingesetzt. In einem konkreten Fall konnte eine Fragestellung mithilfe von ChatGPT bearbeitet werden. Im Folgenden wurde der Verlauf dieses Chats mit ChatGPT durch Screenshots der Prompts dokumentiert.
Im Anschluss hat die sozialpädagogische Fachkraft mit der Klientin besprochen, welche nächsten Schritte noch möglich wären. Die Fachkraft begleitete die Klienten später dann beim Kauf eines Ventilators. Bei der Minijob-Suche wurde eine Jugendliche mit Hilfe von ChatGPT fündig und stellte ihre Bewerbungsunterlagen mit Unterstützung von ChatGPT zusammen.








